Monat: Juni 2013

Sturm und Hagel

Die aufgestaute Hitze hat sich gestern Abend in einem heftigen Sturm mit Hagel entladen. Die sowieso schon angeschlagenen Hohlkammerplatten unseres Gewächshauses sind nun reif für die Tonne. Zwei Platten des Daches wurden vom Wind herausgerissen und sind in den Büschen unseres Nachbarn gelandet.

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Die meisten Tomaten sind heil geblieben, aber ein paar von den Tischtennisball großen Hagelkörnern haben die Hohlkammerplatten glatt durchschlagen und eine Spitze und ein paar Blätter abgebrochen. Ärgerlich, aber keine Katastrophe.

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Wetterschutz fürs Freiland

Die Tomaten wollen einen trockenen Kopf, weshalb ein Dach unbedingt zu empfehlen ist.

Hier ein gelungenes Beispiel für einen Wetterschutz mit der Möglichkeit auf der Westseite die Folie bis in Bodennähe abzurollen, wenn Regen angesagt ist.

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Anbinden und Ausgeizen

Normalerweise wächst die Tomate als kriechende Pflanze, aber wir wollen sie im Gewächshaus als schlanke Säule erziehen. Dazu binden wir sie im Abstand von ca. 20cm locker an den Pflanzstab an. Der Stängel wird noch um einiges dicker und darf nicht durch die Schnur eingeengt werden.

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Nun geht es ans Ausgeizen. Es gibt auch Stimmen, die gegen ein Ausgeizen sprechen, da durch die Wunden Keime in die Pflanzen eindringen können. Für das Ausgeizen spricht, daß man das ungehemmte Wachstum der Pflanze eindämmen kann. Man beeinflusst durch Ausgeizen auch die Größe der Früchte. Der Gesamtertrag wird zwar nicht unbedingt gesteigert, aber die einzelnen Früchte werden größer. Bei Cocktail-Tomaten ist das nur bedingt der Fall und bei den Wildsorten kann man sich das Entgeizen sparen.

Zwischen dem Haupttrieb und dem Blättern wachsen mit zunehmender Größe neue Seitentriebe heraus, die auch als Geiztriebe bezeichnet werden.

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Da wir unsere Pflanzen mehrtriebig ziehen wollen, suchen wir uns drei bis vier kräftige Triebe aus, die stehen bleiben dürfen und entfernen die restlichen durch Abknipsen mit Daumen und Zeigefinger oder seitliches Ausbrechen.

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Die Seitentriebe, die wir an der Pflanze belassen haben, werden jetzt, wo sie noch biegsam sind, mit einer Schnur nach oben gebunden, damit sie ab jetzt senkrecht wachsen.

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Alle weiteren Geiztriebe, die sich jetzt noch bilden, werden ausgebrochen.

Wenn sich die ersten Blüten zeigen, können wir durch sanftes Rütteln des Pflanzstabes, bei der Bestäubung nachhelfen und somit den Ertrag steigern.

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Endlich Wärme

Die Pflanzen sind jetzt wieder saftig grün und durch die Wärme kann man einen täglichen Wachstumsfortschritt sehen.

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Was für ein Wetter!

Die Freilandpflanzen wurden auf eine harte Probe gestellt. Aber auch im geschützten Gewächshaus sind die Spuren des Wetters sichtbar.

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Die Blätter sind teilweise gelbfleckig und eingetrocknet oder violett verfärbt und die Pflanzen haben das Wachsen fast eingestellt. Im Freiland setzt der dauernde Regen vor allem den Wurzeln zu, die durch die Staunässe auch die Blätter nicht mehr richtig versorgen können.

Wenn sich das Wetter bessert, werden unsere Überlebenskünstler ihre gelben Blätter verlieren, die verlorenen Wurzelzonen nachbilden und zeitverzögert in einen neuen Wachstumsschub gehen. Dann kann es endlich losgehen mit Hochbinden und Ausgeizen.

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